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Schulsystem

Das derzeitige System

Grundschule: (1. - 8.) Klasse

Das Einschulungsalter der Kinder liegt bei 7 Jahren. Vom 1. bis 4. Schuljahr werden die Schüler nur von einem Lehrer unterrichtet, der gleichzeitig ihr Klassenlehrer ist. Ab der 5. Klasse gibt es für die verschiedenen Fächer auch verschiedene Lehrer, so dass indirekt eine gewisse Abgrenzung zwischen den ersten vier und den weiteren vier Jahren gibt. Die Schwerpunkte des Unterrichts liegen auf Bosnisch, Mathematik und der erlernten Fremdsprache. In der Notengebung werden allerdings alle Fächer gleich gewichtet. Die Grundschule in Bosnien-Herzegowina ist aufgrund ihrer 8-Jahre Struktur also nicht vergleichbar mit einer Grundschule in Deutschland. Ganztagesschulen gibt es in Bosnien-Herzegowina nicht.
Im Durchschnitt sind in einer Klasse ungefähr 30 Schüler, was besonders für den Fremdsprachenunterricht hinderlich ist, für welchen theoretisch eine Klassengröße von 10 -15 Schülern vorgesehen ist.

Schulpflicht: Es besteht eine gesetzliche Schulpflicht für die Grundschule, die für alle Staatsangehörigen gilt, somit formell auch Roma mit einschließt. In der Praxis wird die Schulpflicht allerdings weniger streng verfolgt.

Mittelschule: Nach Abschluss der Grundschule haben die Schüler verschiedene Möglichkeiten in Bezug auf die Mittelschulen, die sie besuchen können. Die Auswahl hängt allerdings von ihrem bisherigen Leistungen und Noten ab. Darüber hinaus gibt es sowohl 3-jährige als auch 4-jährige Mittelschulprogramme. 3-jährige Mittelschulen sind in der Regel sogenannte Berufsschulen, in denen man die theoretische und praktische Seite eines Berufes erlernt, jedoch nicht wie bei einer deutschen Ausbildung dafür bezahlt wird. Der Abschluss eines 4-jährigen Programms berechtigt zum Hochschulzugang.

Das System nach der Reform

Nach dem reformierten System werden die Kinder bereits mit 6 Jahren eingeschult. Die Grundschule dauert nunmehr 9 Jahre. Die Schüler erlernen 2 Fremdsprachen: die erste Fremdsprache (i.d.R. Englisch) in der 3., die zweite Fremdsprache in der 6. Klasse (z.B. Deutsch oder Französisch).

Finanzierung des Schulsystems: Das Schulsystem wird auf regionaler, bzw. kantonaler Ebene finanziert. Die Mittel, die einer Schule zur Verfügung stehen sind also von Kanton zu Kanton verschieden. Dies wirkt sich auch auf die Einkommen der Lehrer aus, welches z.B. im Kanton (Zenica-Doboj), in dem sich Zavidovici befindet, aufgrund seiner relativen Armut verhältnismäßig gering ausfällt. Lehrbücher sind rar und somit sind viele Schüler gezwungen, sie aus eigenen Mitteln zu kaufen. Für die Transportkosten zur Schule müssen die Schüler selbst aufkommen, was bei ärmeren Familien, die weit entfernt vom Schulort wohnen, zum Problem werden kann. Normalerweise erhalten Schüler Preisermäßigungen von den jeweiligen Verkehrsbetreibern

Arbeitsverhältnis: Die Anzahl der Wochenstunden eines Lehrers hängt vom jeweiligen Fach ab, das sie unterrichten. Der Arbeitsumfang eines Deutschlehrers pro Woche umfasst z.B. 19 Stunden. Oft erfüllen Deutschlehrer diese Norm allerdings nicht, was daran liegt, dass Deutsch gegenüber Englisch an Popularität eingebüßt hat und ein Lehrer, um die volle Stundenanzahl zu erzielen gleichzeitig Klassenlehrer sein muss, also zusätzlich Zeit mit Klassenbucheinträgen und Informationsveranstaltungen für Eltern verbringt.

Die Lehrer erhalten ihre Gehälter bis auf kleinere Verspätungen von 2-3 Tagen regelmäßig. Allerdings ist es häufig so, dass z.B. das März-Gehalt im Mai ausbezahlt wird, ein Lehrer also zu Anfang seines Arbeitsverhältnisses 2 Monate ohne Lohn arbeitet, bis er sein erstes Gehalt erhält.

Die Nachfrage an Lehrern ist zur Zeit besonders für die Fächer Englisch und Mathematik sehr groß. Viele der unterrichtenden Lehrer haben allerdings noch keinen Hochschulabschluss, sind also faktisch noch Studenten.

Angebote für Schüler:

Schüleraustausche werden angeboten und wurden z.B. zwischen Zavidovici und Italien ausgeführt. Allerdings wurde der Austausch hauptsächlich vom Jugendzentrum in Zavidovici organisiert.

Schüler haben Zugang zu Stipendien, die aus verschiedenen Quallen finanziert werden: Der Staat bietet Stipendien und Studentenkredite an. Allerdings geschieht dies nur in begrenztem Umfang und die Bewerbungskriterien sind hart.

Das Thema „Internet“ wird zwar im Unterricht behandelt, Internetzugang gibt es an den Schulen allerdings nicht.

Außerschulische Angebote, sogenannte „Sektionen“, für Schüler werden angeboten, diese reichen von der Floristensektion bis zur Erste-Hilfe-Sektion.

Abschluss: Der Abschluss der einer 4-jährigen Mittelschule entspricht vollkommen dem Gymnasialabschluss bzw. Abitur in Deutschland und würde problemlos zum Hochschulzugang in Deutschland berechtigen.

Hochschullandschaft:

Universitäten gibt es in Sarajevo, Tuzla, Mostar, Bihac und Banja Luka, wobei sich das Studienangebot an den einzelnen Universitäten nicht sonderlich unterscheidet. Mit der Ausnahme Sarajevo, wo die Vielfalt an Studienfächern sowie Master- und Promotionsstudiengängen größer ist. Im Allgemeinen wird an Hochschulen nahe dem Heimatort studiert. Sarajevo, das aufgrund der besseren Möglichkeiten häufig als „Staat im Staat“ bezeichnet wird, wird jedoch von vielen Studenten bevorzugt.

Der Komfort der Unterkunft hängt davon ab, was sich ein Student leisten kann. Wohnheime sind mit 80 KM/40 Euro monatlich und Essensgutscheine für ca. 40 Mahlzeiten im Monat erschwinglicher, aber auch schwer zu bekommen. Die Mietkosten in einer Wohngemeinschaft sind mit 150 KM/75 Euro im Monat, ohne Essensgutscheine, erheblich teurer.

Studieren im Ausland: Wie bereits erwähnt berechtigt der Abschluss an einer 4-jährigen Mittelschule zum Studium im In- und auch im Ausland. Voraussetzung für ein Studium in Deutschland ist, dass man sich zuvor an einer Universität in B& H. einschreibt und im Anschluss die Immatrikulationsbescheinigung sowie beglaubigte Kopien des Abschlusszeugnisses an die deutsche Universität schickt. Interessenten können sich im Internet sowohl auf Deutsch als auch auf Bosnisch informieren. Nach Erhalt der Aufnahmebestätigung durch die deutsche Universität beantragt der Student ein Visum in der Botschaft in Sarajevo, welches er in Deutschland nach Bedarf verlängern lassen kann. Bevor man in Deutschland eine Vorlesung besuchen kann, müssen Sprachkenntnisse nachgewiesen werden. Dazu werden in Deutschland Sprachkurse mit anschließender Prüfung angeboten, die zum Erhalt eines Sprachzertifikats führen. Dies ist erforderlich soweit man kein gleichwertiges Zertifikat vorweisen kann, z.B. von einem Deutschkurs im Goethe-Institut in Sarajevo.

Bericht von Nina Elzer und Fuad Mulahusic

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