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Patenreise nach Bosnien, 21. - 26. Mai 2007

Unter einem guten Stern stand unsere diesjährige Patenreise nach Bosnien. Wenige Minuten vor der Abreise bekamen wir die Nachricht, dass ein Spender aus Heidelberg 3000 € für die nächste Therapiestufe des zerebral gelähmten 12-jährigen Adnan bezahlen wird (siehe Photo links: Adnan wird behandelt von Bärbel Schrieb). Und auch die Heimreise hielt ein schönes Erlebnis bereit: in der „Steigenberger Oase“ des Bahnhofs Ffm-Flughafen hörte ein Kellner vom Grund unserer Reise und spendete spontan 10 € für unseren Verein. Zwischen diesen beiden herzerwärmenden Ereignissen lagen fünf intensive Tage mit einem vollen Programm, das zum ersten Mal auch touristische „Highlights“ enthielt.

Mit 8 Personen waren wir die bisher größte Gruppe, die sich auf den Weg nach Bosnien machte. Deshalb mieteten wir gleich am Flughafen Sarajevo einen VW-Bus, den Edin in den folgenden Tagen bravourös durch alle Engpässe, Baustellen und über Feldwege kreuz und quer durchs Land lenkte.
Gleich am Dienstag Vormittag hatten Gabriele Sennrich, Carmen Elzer und Wolfgang Weber zusammen mit Semiz Burkic und Edin Humkic von der Bürgerinitiative „Veliki Napredak“ einen Gesprächstermin bei Hasan Topalovic, dem stellvertretenden Kantonsminister für Arbeit, Sozialpolitik und Flüchtlingsfragen in Zenica. Es ging um eine mögliche Unterstützung der Arbeit von Veliki Napredak durch das Ministerium. Anwesend und sehr hilfreich als Übersetzer war Georg Schiel von der Bürgerinitiative Societas Humanitatis, die sich in ähnlicher Weise wie wir um soziale Projekte und die Stärkung der Eigeninitiative in Bosnien bemüht. Herr Topalovic und Herr Schiel waren sehr interessiert und sagten beide ihre aktive Unterstützung unserer Arbeit zu. Auch konkrete Projekte wurden schon ins Auge gefasst, wobei natürlich die Kriterien des Ministeriums zu beachten sind.

Gut klappt es mit der Zusammenarbeit auf den Baustellen von Veliki Napredak, wo die bedürftigen Familien ihre Kräfte mobilisieren, um ihre Wohnungssituation zu verbessern und dabei aktive Hilfe von Nachbarn und Freunden bekommen. Leider wurden in diesem Jahr vom Auswärtigen Amt die Finanzmittel des Stabilitätspakts für den Balkan radikal gekürzt, und wir haben kein Geld für weitere Selbsthilfeprojekte zur Wohnraumsanierung notleidender Familien bekommen, obwohl wir, wie uns das Auswärtige Amt sagte, dort „ein guter Haushaltsname“ sind. Wir sind weiter auf Spenden angewiesen, um die Bürgerinitiative am Leben und die hoffnungsvollen Mithelfer am Arbeiten zu erhalten. Zusammen mit Semiz und Edin hatten wir später ein längeres Interview im Regionalfernsehen und konnten so für die Bürgerinitiative werben. Bei unserer Abreise hatten sich schon 2 neue Mitglieder gemeldet. Die Bereitschaft zur Selbsthilfe ist groß, hier bewegt sich etwas inmitten all der Stagnation, deshalb bitten wir herzlich um Spenden für dieses Projekt.

Stagnation kennzeichnet auch die Lebenssituation der Familien unserer Patenkinder. Wer arbeitslos ist, bleibt es auf unabsehbare Zeit. Darunter leidet bei unseren diesjährigen Schulabgängern manchmal schon der Wille, überhaupt Arbeit zu suchen, zu aussichtslos scheint die Lage. Im Kanton Zenica-Doboj, in dem wir unterwegs waren, gab es nirgendwo Zeichen eines Aufschwungs. In Zavidovici liegt die Möbelfabrik Krivaja endgültig in den letzten Zügen, Arbeiterdemonstrationen mit Straßenblockaden machen auf die Verantwortlichen wenig Eindruck. In Visoko steht still und leer eine Lederfabrik, die einmal die größte Jugoslawiens war. Ein monatelanger Ärztestreik im ganzen Land bewirkt nichts außer einer weiteren Verschlechterung der Lage der sozial Schwachen, die keine Privatbehandlung zahlen können.

Vor diesem Hintergrund machten wir uns in kleinen Gruppen auf, die Kinder der drei mitreisenden Patinnen zu besuchen. Wie immer gingen die Eindrücke zu Herzen, war die Freude riesengroß. Zum Beispiel bei Aldijana, die Schneiderin lernt und von ihrer Patin Stoffe und Schnittmuster bekam. Sie war überglücklich, ihre alten Großeltern dankten immer und immer wieder für die monatliche Unterstützung : „Gott sei gelobt, dass es Euch gibt, sonst hätten wir gar nichts zum Leben“. Dabei weinte der Großvater so sehr, dass er mehrmals das Zimmer verlassen musste.

Denis aus Zenica, ein charmantes Schlitzohr und gerade mit der Schule fertig, hatte über lange Zeit immer etwas von seiner Unterstützung gespart und davon einen Ring mit Gravur anfertigen lassen. Nun, am Ende der Patenschaft, überreichte er ihn schwungvoll seiner Patin mit den bedeutungsvollen Worten „Ingrid, willst Du diesen Ring ?“

Mateo, der kleine Junge, der lange Zeit wegen Misshandlung durch den Vater nicht gesprochen hat, kann jetzt in den Kindergarten gehen. Seine Patin und die Spende einer Heidelberger Kirche haben es möglich gemacht, dass er ab sofort bis September dort die Vorschule besucht, und nach ersten Berichten gefällt es ihm fabelhaft. Sandra, unsere fleißige Kriminalistikstudentin zeigte uns ihr Studienbuch mit lauter ausgezeichneten Noten und weinte bitterlich über einen Professor, der ihr den Abschluss in drei Fächern verweigert, weil sie keine „Prämie“ bezahlen kann und will. Auch das ist bosnischer Alltag.

Die Familie von Ajka aus Doboj empfing ihre Patin und die kleine Reisegruppe mit einem wahren Festessen. Natürlich, das Essen: wie jedes Jahr wurden wir mit den köstlichsten Spezialitäten verwöhnt und wurden in Sarajevo sogar in die Geheimnisse des „Kifle“-Backens eingeweiht. Das sind Hefeteigbrötchen, gefüllt mit Käse oder Marmelade, im Backofen oder in Öl ausgebacken.

Tragisch ist der Fall der 20-jährigen schwerkrankenJasmina. Mit 16 begann ihr Körper plötzlich, die eigene Niere abzustoßen. 2005 bekam sie eine Niere ihrer Mutter, aber im März setzte auch hier wieder eine Abstoßungsreaktion ein, die sich die Ärzte nicht erklären können. Alle bekannten Ursachen sind ausgeschlossen. Jasmina geht es täglich schlechter, sie braucht jeden Tag eine Injektion mit EPO für 50 €, um ihr Blut zu reinigen. EPO geht zur Zeit durch alle Medien, weil es als Dopingmittel für Radfahrer missbraucht wurde. Für Jasmina ist es überlebenswichtig, aber unbezahlbar. Ihre Mutter ist verzweifelt und fleht Menschen auf der Straße vor dem Krankenhaus um Geld an, um die nächste Ampulle bezahlen zu können. Für Jasmina bitten wir um Geldspenden, aber zusammen mit Universitätsklinik Tuzla auch um Hinweise auf Ärzte oder Kliniken, die auf diesem Gebiet forschen und Jasmina vielleicht helfen wollen.

Wie schon eingangs erwähnt, gab es auch einige touristische Ausflüge. So besuchte eine Gruppe die alte bosnische Hauptstadt Travnik, alle zusammen waren wir bei den Pyramiden von Visoko (www.piramidasunca.ba) und in der Mineralwasserstadt Kiseljak. Kiseljak könnte man ohne weiteres zu einer hübschen kleinen Kurstadt ausbauen, und in Visoko waren im letzten Jahr schon 300.000 Touristen, um die Ausgrabungen zu besichtigen, ARD, BBC, RAI u.a. haben Dokumentarberichte gedreht. Man vermutet, dass ein Tunnelsystem 3 pyramidenförmige Hügel verbindet, und die Ausgrabungen sind im Gange. Man kann auch schon einige Tunnels betreten. Hier lässt sich Tourismus im Entstehen beobachten, und wir hatten den Eindruck, dass im Fremdenverkehr gegenwärtig sicherlich das größte Entwicklungspotential für Bosnien liegt. Die Landschaft ist wunderschön, Wander- und Fahrradwege werden nach und nach ausgebaut, auf den zahlreichen Flüssen kann man Kajak fahren, in den Bergen klettern und im Winter Ski fahren. Sicherheitsprobleme gibt es praktisch nicht mehr, man darf nur nicht die gekennzeichneten Minenfelder betreten. Viele informative Hinweise auf Bosnien als wirklich lohnendes und empfehlenswertes Reiseziel gibt es im Internet unter www.bhtourism.ba . Den Abschluß unseres Tourismusprogramms bildete in Sarajevo eine Fahrt mit der Pferdekutsche zur Quelle der Bosna und eine Stadtführung in deutscher Sprache, von der alle Teilnehmer rundum begeistert waren.

Viele Bitten um Hilfe, Unterstützung und Beistand in schwerer Not haben wir wieder mit nach Hause gebracht und hoffen, hier offene Ohren und Herzen zu finden.

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